Jubiläumsfeier 50 Jahre KLD

Am 20 Oktober fand im Café Westend die Feier zum 50 jährigen Bestehen des KLD statt. Für den gelungenen, heiteren, interessanten und bis spät dauernden Abend spricht der Vorstand des KLD allen Besuchern, Freunden und Helfern seinen Dank aus, im speziellen auch den Ehrengästen dieses Abends (in alphabetischer Reihenfolge):

Ing. Klaus Albrecht
DI Otto Brandtner
Dr. Erhard Busek
Hofrat Mag. Max Edelbacher
Mag. Dr. Karl Edlinger
Botschafter Dr. Wendelin Ettmayer
Dr. Adrian Hollaender
a.o. Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner
Prof. Dr. Heinrich Wohlmeyer

Wir haben uns auch über zahlreiche Glückwunschschreiben gefreut, unter anderem von Kulturstadträtin Kaup-Hasler, Lotte Ingrisch, Agnes Husslein, Andreas Unterberger u.v.m.

Schließlich möchte der Vorstand dem Geschäftsführer des Café Westend, Herrn Sascha Schlesinger für die Unterstützung, sowie der freundlichen und verständnisvollen Bedienung unter Herrn Aladin sehr herzlich danken.

Um es mit den akademischen Worten eines unserer Ehrengäste zu sagen:

„Ad multos annos !“

Erfreuliche Neuigkeit für den 16. Juni 2021

Unser Klubraum im Café Westend ist wieder benutzbar, und wir ergreifen die Gelegenheit, um am kommenden Mittwoch, also am 16.06.2021 um 19.00, zu einem ersten informellen Treffen mit Klubkollegen sowie alten Bekannten und Freunden einzuladen!

An diesem Abend wird es ausnahmsweise keinen Vortrag geben, jedoch werden wir hoffentlich ausloten können, ob es genügend Interessenten und genügend Vortragende gibt, die an einer Wiederaufnahme unserer üblichen Vortragsabende auch während der Sommermonate Gefallen hätten. Ganz sicher ist jedenfalls, dass es ab Herbst wieder unsere wöchentlichen Vortragsabende geben wird, denn wie schon Wilhelm Busch, den ich hier wieder zitieren darf, schon sagte:

„Und so lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss“

Wir schwelgen also schon in Vorfreude auf eine neue spannende Zeit, insbesondere auf die Feier des 50-Jährigen (!) Jubiläums des Klubs Logischer Denker, des am längsten bestehenden und durchgehend aktiven Gesellschaftsklubs Wiens, und natürlich auf das Treffen kommender Woche!

 

Botschafter Ettmayer und die Superliga

Botschafter Dr. Wendelin Ettmayer, ein immer wieder gerne bei uns gesehener Gast und Vortragender, hat uns, ausgehend von dem Versuch einiger Großklubs, eine Fußball-Superliga zu etablieren, seine “europäischen Überlegungen” zukommen lassen. Der Vorstand dankt Herrn Dr. Ettmayer und stellt den Artikel hiermit allen KLD Interessenten zur Verfügung. Logische Fragen oder Kommentare an den Autor können an den KLD (kld@logische-denker.at) gesendet werden und werden an den Autor weitergeleitet.

Wendelin Ettmayer (*)

DIE SUPER-LIGA und die GRENZEN der VEREINIGTEN STAATEN von EUROPA

Mitte April 2021 verkündeten einige Topclubs, dass sie, unabhängig von den nationalen Wettbewerben, eine europäische Fußball- Super-Liga gründen wollen. Das Projekt sollte privatwirtschaftlich organisiert, also auf Gewinn ausgerichtet sein. Die amerikanische Bank JP Morgan Chase kündigte an, die Super- Liga mit € 3,5 Milliarden zu finanzieren. Als Vorbild dienten jene amerikanischen Ligen, die in den USA im Rahmen der National Football Ligue (NFL); der National Basketball Ligue (NBL); sowie der National Hockey Ligue (NHL) ihre Spiele austragen. Tatsächlich sind diese Ligen in den USA sehr populär, wobei man aber eines bedenken muss: in Amerika finden diese Wettbewerbe, wie es schon der Name der Ligen ausdrückt, im nationalen Rahmen (plus Kanada) statt. Für die europäische Super- Liga war hingegen ein übernationaler Rahmen vorgesehen. Viele befürchteten dadurch sogar die Zerschlagung, zumindest eine entsprechende Schwächung der nationalen Ligen.

Entsprechend stark war auch die Kritik. So erklärte etwa Leo Windtner, Präsident des ÖFB, die für die vorgesehene Liga vorgelegten Pläne „sind ein bedrohlicher Auswuchs des Turbo- Kapitalismus und stehen im krassen Gegensatz zu den Werten des Sports“. Entsprechend ablehnend äußerten sich auch Vertreter der UEFA und des Deutschen Fußball- Bundes.

Hier sollen nur zwei Fragen erörtert werden: Warum begeistert die Champions-Ligue die Leute, während die Super- Liga massiv abgelehnt wird? UND: Welche Rückschlüsse kann man daraus auf den Prozess der europäischen Einigung ziehen?

Meine These: die Champions-Ligue begeistert, weil die besten Vereine eines Landes die Möglichkeit erhalten, sich auf europäischer Ebene zu präsentieren. Die europäische Ebene stellt also für Vereine und Fans einen Mehrwert dar. Die Champions-Ligue ist damit ein Modell, das nationale Leistungen mit einem über- nationalen Wettbewerb verbindet. Es entsteht ein zusätzlicher Anreiz, das inspiriert. Im Gegensatz dazu missachtet die Super- Liga gewachsene nationale Strukturen; agiert so, als hätte „Europa“ im Fußball die regionalen und nationalen Traditionen bereits ersetzt.

Welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf den Prozess der europäischen Einigung ziehen: die Menschen wollen „mehr Europa“ dort, wo das ein „Mehr an Lebensqualität“ bedeutet; wollen aber nicht, dass „Brüssel“ den Nationalstaat einfach ersetzt. Denn tatsächlich hat der Nationalstaat seinen Bürgern viel gebracht: Innere Sicherheit und soziale Sicherheit; Bildung und Ausbildung; Unterstützung in den verschiedensten Lebensbereichen. In einem Bereich hat der Nationalstaat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa total versagt: bei der Sicherung des Friedens. Die beiden Weltkriege haben Europa zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat dann zunächst der Europarat wesentliche Schritte hin zu einer Einigung des Kontinents unternommen: in der Außenpolitik wurden Machtpolitik und Konfrontation durch gemeinsame Werte und Kooperation ersetzt. Verstärkt durch die Europäische Union wurden dann gemeinsame Standards im Bereich der Menschenrechte, der Umwelt und der Wirtschaft mit dem Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen der Bürger zu verbessern. Auch die gegenwärtige Pandemie sollte zeigen, dass neue Herausforderungen gemeinsam besser bewältigt werden können, als wenn jedes Land nur auf sich gestellt ist.

Wie im Sport akzeptieren die Bürger auch in anderen Lebensbereichen ein „Europa“, das einen Mehrwert an Lebensqualität bietet. Sie lehnen aber Maßnahmen ab, die nur darauf ausgerichtet sind, „eine immer engere Union“ zu schaffen, letztlich aber nur mehr Bürokratie bedeuten. Wie im Sport, wollen die Bürger auch im gesellschaftspolitischen Bereich, dass die Europäische Union die nationale Politik in vernünftiger Weise ergänzt und koordiniert, nicht aber, dass eine „europäische Kommission“ in Brüssel den Platz der nationalen und regionalen Regierungen einnimmt. Die Vereinigten Staaten von Europa müssen warten, solange es kein europäisches Volk gibt.

(*) Dr. Wendelin Ettmayer; ehemaliger Abgeordneter zum Nationalrat; Botschafter; Autor; www.wendelinettmayer.at

             

Erstaunliche Fügung

Es gibt tatsächlich seit Jahrhunderten die Hl. Corona, die für Hilfe im Falle von Seuchen angerufen werden kann. In Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie ein erstaunlicher Zusammenschluss, über den sich sprechen ließe. Dem noch nicht genug, eröffnet sich darüber hinaus noch eine weitere Überraschung: die Hl. Corona ist – abgesehen von Seuchen – auch noch für Geldangelegenheiten zuständig. Stupor Mundi !